Analoge Eltern – digitale Kinder?!

Diana Vrbic/ November 6, 2019/ Beratungsstelle, Depression, digitalisierung, Internetabhängigkeit, Internetsucht, Kinder, Medienkonsum

“Die virtuelle Welt verändert die reale Welt”, sagt Professor Petter Wippermann, der sich mit Trendforschung beschäftigt. Wippermann besitzt ein sog. Trendbüro in Hamburg, was als Beratungsunternehmen für gesellschaftlichen Wandel dient.

Mit diesem Schwerpunkt wurde er auch zum diesjährigen fit2future-Kongress eingeladen, der zusammen mit der Cleven-Stiftung sich seit 2004 für die Gesundheitsförderung von Kindern einsetzt. Das Gesundheits- und Präventions-Projekt hat das Ziel, die Lebensgewohnheiten und Lebensstile von Kindern nachhaltig positiv zu beeinflussen, gegebenenfalls zu ändern und zu verbessern.

Die Plattform Ernährung und Bewegung e.V. (peb) begleitet den fit4future-Kongress seit 2013 als strategischer und inhaltlicher Partner. Als Kompetenzpartner unterstützt den Kongress seit 2016 die Krankenkasse DAK-Gesundheit.

Die Themen des fit4future-Kongresses passen auch zusammen mit den Sorgen der Eltern und Einschätzungen der Experten: Was sind die Konsequenzen der Digitalisierung auf das Aufwachsen von jungen Menschen?

Beispielsweise wird Sport immer weniger im Team oder in der Mannschaft betrieben sondern alleine, an der Konsole, beim eSport, oder begleitet von Fitness-Apps auf dem Smartphone oder Alexa, der digitalen Assistentin, die einem genau sagen kann, welche Körperpartien trainiert werden müssen und auf Instagram un Co. eine gute Figur zu machen. Die aktuellen Ergebnisse aus der Hirnforschung gehen sogar soweit zu behaupten, dass digitale Medien “aus unseren Kindern Psychopathen machen” (G. Teuchert-Noodt).

Mit einem hoch wissenschaftlichen Referat über die Vorgänge im kindlichen Gehirn demonstrierte Frau Gertraud Teuchert-Noodt von der Univesität Bielefeld ein absolutes Schreckensszenario. Kinder spielen kaum noch in der Natur oder kraxeln auf Bäumen. Dabei sollte Musik und Sport zur absoluten Notwendigkeit zählen, um der einseitigen Beschäftigung und dem Bewegungsmangel entgegen zu wirken. Die Entwicklung von kognitiven Fähigkeiten, Emotionen und Empathie kommen zu kurz und Sport fördert nachweislich die Bildung neuer Hirnzellen.

Peter Wippermann spricht auch von einem großen ökonomischen Druck, unter dem die Generation Y und Z stehen. “Sie müssen schneller reifen, schneller erwachsen, schneller fertig werden”.

“Alone together”, das ist eben die neue Welt, die auch den Sport der kommenden Generationen maßgeblich verändert. Wichtig wäre, unsere Kinder möglich früh zu einem gesunden Lebensstil zu erziehen. Wie wir das nun praktisch umsetzen, gehört zu den großen Herausforderungen für viele Eltern. Eine erste Anlaufstelle sind Beratungsstellen, z.B. die Beratungsstelle für Medientherapie. Erste Fragen können hier durch erfahrene Psychologen und Pädagogen beantwortet werden.

Kontakt: Gaertner Stiftung

Email: beratungsstelle@gaertnerstiftung.de oder Kontakt-Formular auf der Webseite

Beratungstelefon 089/  99 89 02 0
Mo – Do: 08.00 – 16.00 Uhr
Fr: 08.00 – 14.00 Uhr

Ausführliche Informationen zu diesem Thema unter: https://kids.fit-4-future.de/kongress oder

https://www.hans-bredow-institut.de/de/veranstaltung-event/analoge-eltern-digitale-kinder-gemeinsam-gesund-aufwachsen

Autor: Diana Vrbic, Gaertner Stiftung, München November 2019

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