“Immer verfügbar und zerstreut”

Diana Vrbic/ January 23, 2020/ Achtsamkeit, Burnout, Depression, digital detox, digitalisierung, internet, Internetabhängigkeit, Internetsucht, KulturStation, Medienkonsum, SinnesWandel, Zukunft

Digitale Medien im Diskurs – Eine Zusammenfassung des Vortrages vom 23.10.2019

Vortrag von Philipp Tschochohei

Einst waren Bibliotheken wohl bestückt, Plattensammlungen ausgesucht und der Brockhaus hatte 24 Bände. Heute schlagen wir bei Wikipedia nach, hören bei Spotify und auf meinem Kindle nehme ich meine tausend Lieblingsbücher mit in den Urlaub. Die Verfügbarkeit von medialen Inhalten hat sich gewandelt. Doch hat sich auch unser Umgang mit ihnen verändert? Aus philosophischer Sicht spricht man von einem Wandel des Apperzeptionsvermögens oder schlicht gesagt der Rezeptionshaltung. Die Kontemplation ist im Rückgang begriffen und sich vom multimedialen Angebot zerstreuen lassen der neue Trend, so zumindest die einleitende These des Vortrages. Ein weiteres Gebiet des Wandels tritt uns auf subtiler Eben im zwischen-menschlichen Bereich entgegen. Es ist die Erfahrung, dass die meisten von uns immer erreichbar sind, via Whatsapp und Co. Wir sind scheinbar einander beständig verfügbar als Kommunikations-partner. Doch sind wir uns dadurch tatsächlich näher? Die Überwindung der räumlichen Distanz durch digitale Techniken führt zugleich zu einer Reduktion der wechselseitigen Erfahrung. Menschliche Nähe im Sinne von sich gemeinsam in eine Situation einfühlen, scheint existenziell bzw. grundsätzlich etwas anderes zu sein als kommunikative Erreichbar via digitaler Technik. Zu dieser zweiten These möchte ich das Publikum einladen, mit zu diskutieren. Was ist menschliche Nähe? Fehlt sie uns, wenn wir via Bildschirm kommunizieren?

Und wozu führt es in unserem Liebes- und Familienleben, dass wir scheinbar immer erreichbar und verfügbar sind und uns doch häufig nur schriftlich begegnen?  

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