Spendenaufruf für die Phönix-Schule in der Ukraine

Moritz Polixa/ März 9, 2022/ Soziales

rkiew

Die Phönix-Schule für Kinder mit Behinderungen in Charkiw, der zweitgrößten Stadt der Ukraine, ist ein Förderprojekt der Friedel-Eder-Schule und der Gaertner Stiftung. Wir sind bestürzt über die Russische Invasion und die Bombardierung ukrainischer Städte, die immer mehr zivile Opfer fordert. In Charkiw harren Bewohner seit fast zwei Wochen in Kellern und U-Bahnstationen aus und warten auf Hilfe und ein Fenster zur Flucht.

 

Lesen sie die Schilderung von Kornelia Gaertner, Gründungsmitglied des Unterstützungskreises von Phönix, in der sie darstellt, wie sie den Kontakt mit ihrer Patenschule in den vergangenen Tagen erlebt hat und unterstützen Sie mit uns die Phönix-Schule in Charkiw.

 

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Schilderung von Kornelia Gaertner:

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

so viele Menschen sind fassungslos über den Einmarsch des Militärs in die Ukraine. Nach dem Entsetzen darüber, welche Ängste die Zerstörung durch den Krieg in uns ausgelöst haben, folgt nun eine Welle der Hilfsbereitschaft, um auch aus der Ohnmacht herauszufinden. Dass gerade die Stadt Charkiw in der Ostukraine so unter Beschuss geraten ist, hat viele an die Schule Phönix, an die Kollegen dort und an die behinderten Kinder mit ihren Familien, denken lassen. Wie uns heute, am Freitag, den 04.03. mitgeteilt wurde, ist Charkiw völlig zerstört. Und der Beschuss hält weiter an.

Mein Kontakt zu den Menschen dort war zunächst über Mails und später nur noch über WhatsApp permanent lebendig. Dadurch, dass Valeriya, die dortige Schulleiterin, mit den Schülereltern, ihren Angehörigen und den Kollegen im ständigen Kontakt sein musste, gab es zwischendurch manchmal nur Kurznachrichten oder Emojis, dass sie noch lebten. Valeriya war, wie der Rest der Bürger, die meiste Zeit im Schutz der Metro-Station, ohne Anbindung ans Internet. Das Internet funktioniert oft nur für kurze Dauer und fiel auch schon ganze Tage aus. Jetzt ist sie mit der Schwiegertochter, Enkelkind und ihrer Familie im Keller. Ihren 92-jährigen Vater, der eine Lungenentzündung hat und ohne Medikamente ist, kann sie nicht erreichen, obwohl er nur 17 km von ihr entfernt lebt. Die Straßen werden beschossen und konnten von privaten Autos nicht passiert werden.

In den ersten Tagen kamen die Meldungen von den Kollegen dort mit solcher Wucht zu uns, dass es schier unmöglich für den Verstand war, diese ertragen oder fassen zu können. Da schrieb Angelika, die Musiktherapeutin, dass sie am 24.2., am Tag des Kriegsbeginns, ein Enkelkind bekommen hat und die Schwiegertochter ohne Nachsorge oder Hilfe jetzt bei ihr ist. Dass schon am Donnerstag alle Regale leer waren und es auch keine Medikamente in den Apotheken mehr gab (sie hatte 2 Herzinfarkte hinter sich). Sie besaß noch ein Huhn, Kartoffeln und Eingemachtes vom Sommer und teilte das Huhn in 20 Portionen, die sie der Schwiegertochter zur Kräftigung geben wollte. Sie selbst würde jetzt fasten!!!! Ich hatte am selben Abend eine Essenseinladung, und mir ging jeder Bissen mit Bedenken hinunter. Dann gab es zu allen Zeiten kurze Meldungen von ihnen:„Heute Nachmittag war es schwer – es wurde 2 Stunden lang geschossen“; „Kornelia, jetzt habe ich Angst,- ich sitze im Dunklen. Wir sollen die Lichter ausmachen und ich höre die Raketen und sehe Licht draußen.“ „Ich bin so müde von der Angst.“ Dazwischen haben wir Bilder von den Enkelkindern ausgetauscht und über die Zuversicht, die so kleine, friedliche Menschen ausstrahlen, getröstet. Ich habe ihnen unermüdlich geschrieben, wie viele Menschen an sie denken, wie groß die Solidarität ist etc. Immer wieder versicherten sie mir dann, wie wichtig das für sie ist, dass sie sich nicht verloren fühlen dadurch. Trotzdem war meine Hilflosigkeit, nichts Konkretes für sie tun zu können, kaum aushaltbar. Inzwischen waren viele Hilfstrupps unterwegs, um den Menschen an der polnisch-ukrainischen Grenze Lebensmittel, Medikamente, Verbandszeug, Babynahrung, Power-Banks, Hygieneartikel, warme Kinderkleidung etc. überreichen zu können und Geflüchtete mit nach Deutschland zurückzunehmen. Aber in die Ostukraine fuhr niemand. Was ist mit den Leuten, mit unseren Eltern, Kollegen, die dort im Keller sitzen müssen? 

Es wird nun verhandelt, dass es Korridore geben soll, in denen Hilfstransporte in die Ostukraine fahren dürfen. Xenia, die Tochter von Valeriya (sie ist Priesterin der Christengemeinschaft in Stuttgart), erzählte mir heute von der starken Solidarität der Leute in Charkiw und dass sie anfangen sich zu organisieren, um die Waren zu den Hilfsbedürftigen in die Stadt zu bringen. Xenia meinte, dass es nicht nur Kraft, Energie etc. braucht, sondern auch viel Geld, um später den Menschen dort Wohnraum, Infrastruktur, Direkthilfen und der Schule den Wiederaufbau des Betriebs zu ermöglichen. Der Kontakt zum Kollegium vor Ort ist sehr eng, und wir wollen, dass die Hilfe den Eltern von behinderten Kindern, Kollegen und „unserer“ Patenschule direkt zugute kommt. 

Die Welle der Solidarität für die Flüchtlinge ist groß und auch wichtig, aber wir müssen mit Bedacht jetzt auch an die Menschen denken, die dort geblieben sind. Valeriya hatte z. B. überlegt zu gehen, fühlte sich aber verantwortlich dafür, den Schülereltern Beistand zu leisten. Die Eltern von Kindern im Rollstuhl oder mit schweren Behinderungen sind wenig flexibel in punkto Mobilität, und Valeriya hat es nicht übers Herz gebracht, sie in dieser Situation im Stich zu lassen. Eine Familie soll beschlossen haben, zu gehen. 

Wenn sie, liebe Freunde, wissen, wer dieser Mutter mit Kind einen Wohnraum zur Verfügung stellen könnte, dann wäre das sehr, sehr hilfreich. Aber dennoch ist unsere vornehmlich dringende Bitte, dass Sie Geld spenden, das wir dann für die Nothilfe und auch den Wiederaufbau dort benötigen.

Phönix war ein Zeichen der Hoffnung, und die Schule darf nicht verglimmen, als wäre sie nur eine Laune unseres Idealismus gewesen. Die Menschen dort sind wie Phönix – gerade haben sie grausamste Angst und im nächsten Moment entstehen wieder Mut und Zuversicht. 

Bitte lassen wir sie nicht allein.

Kornelia Gaertner

 

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