Mediensucht: Wie der Lockdown das Suchtpotenzial bei Kindern und Jugendlichen verstärkte

HG/ Oktober 15, 2020/ corona, Internetabhängigkeit, Internetsucht, Medienkonsum, Mediensucht

Mediensucht: Wie der Lockdown das Suchtpotenzial bei Kindern und Jugendlichen verstärkte

Die Nutzungszeiten der Medien erhöhten sich bei Kindern und Jugendlichen im Alter von 10 bis 17 Jahren während des Corona-Lockdowns im März 2020 bedenklich. Beinahe 700.000 Kinder und Jugendliche in Deutschland zeigen eine Tendenz zum problematischen oder auch pathologischen Konsum von sozialen Medien oder Online Gaming.

Dies belegen Ergebnisse, die die DAK-Gesundheit und Suchtexperten vom Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf im Rahmen einer durchgeführten Studie zum Nutzungsverhalten der 10- bis 17- Jährigen bezüglich digitaler Medien veröffentlichten.

Quelle: https://unsplash.com/s/photos/online-gaming

Eine etwa 70%-ige Erhöhung der Mediennutzung verstärkt die Gefahren für "Mediensucht"

„Es gibt erste Warnsignale, dass sich die Computerspielsucht durch die Pandemie ausweiten könnte“, betont der Vorstandsvorsitzende der DAK Gesundheit Herr Andreas Storm.

Ein riskantes Spielverhalten zeigten im September 2019 zehn Prozent der Kinder und Jugendlichen, wohingegen die Nutzungszeiten während des Corona-Lockdowns in der Woche um 75% zunahmen. Des Weiteren kann auch die erhöhte Verwendung der Social-Media-Kanäle als kritisch betrachtet werden. Die Social-Media-Nutzung wurde im September 2019 bei 8,2% der Befragten als riskant eingestuft. Während des Lockdowns stiegen  die Social-Media-Zeiten um 66%, von 113 auf 193 Minuten pro Tag, an. 

„Die Nutzungszeiten der Kinder und Jugendlichen haben die größte Vorhersagekraft für ein problematisches und pathologisches Verhalten“, erwähnt Thomasius, Leiter des Deutschen Zentrums für Suchtfragen des Kindes- und Jugendalters. Daraus resultierend sind die Zahlen bedenklich und müssen ernst genommen werden. 

Corona-Lockdown: Computerspiele und soziale Medien werden genutzt, um soziale Kontakte aufrecht zu erhalten und Langeweile zu bekämpfen

Fraglich ist außerdem, zu welchen Zwecken digitale Medien genutzt werden. Den Angaben der Befragten zufolge werden Onlinespielen und soziale Medien insbesondere dazu genutzt, Langeweile zu bekämpfen und soziale Kontakte zu pflegen.  Rund ein Drittel der Kinder und Jugendlichen gibt jedoch an, durch die sozialen Medien der „Realität zu entfliehen“, „Stress abzubauen“ oder „Sorgen zu vergessen“.

Problematisch ist, dass keine zeitlichen Regeln zur Nutzung von Medien festgelegt werden

Etwa 50% der Eltern der Befragten Kinder und Jugendlichen gaben an, dass in deren Familie vor und während der Zeiten von Corona keine zeitlichen Regeln für die Nutzung der digitalen Medien existieren. Problematisch ist hierbei auch, dass rund 80 Prozent der Eltern keine Kenntnisse über die Inhalte haben, mit denen sich ihre Kinder online beschäftigen. 

Das ist laut Thomasius besorgniserregend und zeigt dringenden Handlungsbedarf für die Prävention auf. Eine Längsschnittstudie in einer abschließenden Befragung der teilnehmenden Familien soll im Frühjahr 2021 zeigen, ob die Mediensucht durch die Konsequenzen des Coronalockdowns, wie beispielsweise eingeschränkte Freizeitaktivitäten, tatsächlich wächst.

Quelle: https://unsplash.com/s/photos/internet-addiction

Weitere Informationen erhalten Sie auf unserer Webseite www.gaertnerstiftung.de | beratungsstelle@gaertnerstiftung.de | 089/ 99 89 02 -145, Possartstraße 33, 81679 München.

oder auch

bei unserer Partnerfirma Notfallpädagogik München, www.nfp-muc.org oder per Email an hilfe@nfp-muc.org

Mehr Informationen unter:

https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/115090/Mediensucht-bei-Kindern-und-Jugendlichen-koennte-sich-durch-Lockdown-verschaerfen

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